Die Regeln für Kurzzeitvermietungen auf den Kanarischen Inseln ändern sich schnell. Wer sich nicht anpasst, riskiert empfindliche Strafen und — im schlimmsten Fall — die erzwungene Einstellung der Tätigkeit. In diesem Artikel halten wir Sie über alles auf dem Laufenden, was Sie 2026 wissen müssen.
⚠️ Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel dient nur zur Information. Die Gesetzgebung ändert sich häufig — für spezifische Entscheidungen empfehlen wir, einen Rechtsanwalt zu konsultieren oder uns für Echtzeit-Updates zu kontaktieren.
Der rechtliche Rahmen
Die Regulierung der Kurzzeitvermietungen auf den Kanarischen Inseln basiert auf einem Bündel regionaler und nationaler Normen:
Decreto 113/2015 des Gobierno de Canarias
Dies ist die grundlegende Norm, die die Vivienda Vacacional (VV) Lizenz auf den Kanaren eingeführt hat. Sie legt die Mindestanforderungen an Immobilien, die Pflichten der Eigentümer und die Registrierungsverfahren fest.
Ley 7/1995 de Ordenación del Turismo de Canarias
Das kanarische Tourismus-Rahmengesetz. Es definiert die Kategorien touristischer Unterkünfte, Sanktionen für Verstöße und die Kontrollbefugnisse der lokalen Behörden.
Real Decreto-Ley 7/2019 (nationale spanische Gesetzgebung)
Hat das Ley de Arrendamientos Urbanos (LAU) reformiert und die Mindestlaufzeit von Wohnmietverträgen auf 5 Jahre verlängert. Gilt nicht für VV, definiert aber die Grenze zwischen Kurzzeit- und Wohnraummietvertrag.
EU Digital Services Act (2024)
Seit 2024 sind Plattformen wie Airbnb und Booking verpflichtet, Eigentümerdaten mit den Steuerbehörden in jedem europäischen Land zu teilen. Es gibt keine steuerlichen Graubereiche mehr.
Die Neuerungen 2025–2026
Der Markt der Kanaren hat in den letzten Jahren einen starken Tourismusdruck erlebt. Das Ergebnis ist eine schrittweise Verschärfung der Vorschriften:
1. Pflicht zur VV-Nummer in allen Inseraten
Seit 2024 müssen alle Inserate auf Airbnb, Booking, VRBO und jeder OTA die VV-Registrierungsnummer tragen. Die Plattformen sind verpflichtet, Inserate ohne diese Nummer den Behörden zu melden. Wer ohne VV publiziert, wird sofort gemeldet.
2. Zunehmende Zonenbeschränkungen
Einige Gemeinden des Archipels führen Ausschlusszonen ein, in denen keine neuen VV-Genehmigungen erteilt werden, oder es werden Höchstquoten pro Zone eingeführt. Auf Fuerteventura sind die Einschränkungen derzeit weniger ausgeprägt als auf Teneriffa und Gran Canaria, aber der Trend ist klar.
Was das für Sie bedeutet: Die VV-Lizenz heute zu erhalten ist einfacher als in 2 Jahren. Wer die Lizenz bereits hat, besitzt einen enormen Wettbewerbsvorteil gegenüber denen, die warten.
3. Obligatorische Steuererklärung in Spanien
Alle ausländischen Immobilieneigentümer in Spanien, die vermieten, sind verpflichtet, die Mieteinkünfte beim spanischen Finanzamt über das Modelo 210 (für Nicht-Residenten) zu deklarieren. Der Steuersatz für EU-Residenten beträgt 19 %, für Nicht-EU 24 %.
Achtung: Sie müssen auch in Ihrem steuerlichen Wohnsitzland deklarieren. Die Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Spanien und den meisten europäischen Ländern verhindern eine doppelte Besteuerung — aber sie müssen korrekt gehandhabt werden.
4. Kontrollen auf Airbnb und Booking
Durch den europäischen Digital Services Act sind Airbnb und Booking verpflichtet, die Daten aller Eigentümer, die Mindestverdienstgrenzen überschreiten, mit den Steuerbehörden jedes Landes zu teilen. Es ist nicht mehr möglich, im Verborgenen zu agieren.
Bußgelder für Verstöße
Das Ley 7/1995 sieht ein nach Schwere gestaffeltes Sanktionssystem vor:
Neben der finanziellen Sanktion kann bei schweren und sehr schweren Verstößen die Zwangsschließung der Immobilie und ein Verbot, für 1–3 Jahre neue Lizenzen zu beantragen, angeordnet werden.
Die spezifische Situation von Fuerteventura 2026
Im Vergleich zu anderen Inseln des Archipels (Teneriffa, Lanzarote, Gran Canaria) ist Fuerteventura derzeit weniger restriktiv bei neuen VV-Lizenzen. Die Gründe sind hauptsächlich wirtschaftlicher Natur: Die Insel ist stärker vom Tourismus abhängig und hat weniger Wohndruck als die bevölkerungsreicheren Inseln.
Die Trends sind jedoch eindeutig:
- Die Kontrollen werden intensiver
- Einige Zonen von Corralejo diskutieren die Einführung von Quoten
- Der politische Druck zur Einschränkung des Massentourismus ist auch hier zu spüren
Das Fenster für die VV-Lizenz auf Fuerteventura ist noch offen, aber es schließt sich. Wer jetzt handelt, hat einen enormen Vorteil.
Wie Sie sich anpassen: Die Checkliste 2026
- ✓ VV-Lizenz erhalten (oder erneuern), bevor Sie irgendein Inserat veröffentlichen
- ✓ VV-Nummer in alle Airbnb-, Booking-, VRBO-Inserate eintragen
- ✓ VV-Schild in der Immobilie aushängen
- ✓ Obligatorische Haftpflichtversicherung abschließen
- ✓ Mieteinkünfte in Spanien deklarieren (Modelo 210)
- ✓ Doppelbesteuerung mit Ihrem Steuerberater im Wohnsitzland handhaben
- ✓ Gesetzgebungsupdates verfolgen — die Regeln ändern sich häufig
Der Vorteil eines lokalen Partners
Die Regulierung von Kurzzeitvermietungen auf den Kanaren ist komplex, im ständigen Wandel und bewegt sich zwischen regionaler, nationaler und europäischer Gesetzgebung. Sie aus der Ferne zu managen, auf Spanisch, ohne Kenntnis der lokalen Besonderheiten, ist sehr schwierig.
RockOcean Group kümmert sich um alle normativen Aspekte für Eigentümer, die uns die Verwaltung anvertrauen: von der VV-Lizenz bis zu gesetzgebungsupdates, von der Steuererklärung bis zur Einhaltung neuer Zonenbeschränkungen.
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